Historie

Bis zum Jahre 1934 wurde von der Deutschen Turnerschaft der Lauf um den Bückeberg (15 km) durchgeführt.

In den Jahren 1934 und 1935 wurde mit Hilfe der Turner aus den Schaumburger Vereinen in mühevoller Arbeit durch Aufschütten von anfallenden Abraum der Obernkirchener Sandsteinbrüche die Anlage des Bergturnplatzes in der Nähe des heutigen Jahnturms hergerichtet.

Der Motor für das erste Jahn-Erinnerungsturnen am 11. August 1935, so wurde die Veranstaltung genannt, war Ernst Stahlhut, der damalige Oberturnwart. Er rief auch den ersten Bergturnfest-Ausschuss mit  seinen Mitstreitern Böge, Brinkmann, Wilken und Buhr ins Leben.

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Der ehemalige Inhaber des Gasthauses Walter, Reinhard Walter, war mit einer der stärksten Förderer dieser turnerischen Veranstaltung. Das Gasthaus Walter war auch bis zum Jahre 1979 der zentrale Punkt, von dem aus das Turnfest geleitet wurde.

Auch im 2. Weltkrieg fanden die Turnfeste statt. Die Beteiligung war außerordentlich gut. Das letzte Turnfest während des Krieges fand am 24.August 1944 statt. An diesem Turnfest nahmen auch auf Urlaub weilende Soldaten, u.a. Ernst Stahlhut, teil.

Nach Beendigung des Krieges wurde im Jahre 1945 kein Turnfest durchgeführt. Das erste Turnfest fand dann wieder 1946 statt.

Zunächst wurde diese Veranstaltung durch den Sportkreis organisiert, da noch kein eigener Turnverband existieren durfte. Unter großen Schwierigkeiten ist es Ernst Stahlhut und seinen Mitstreitern gelungen, das Turnfest wieder unter der Regie der Turner erstehen zu lassen.

Aus dem anfänglichen Jahn-Erinnerungsturnen wurde 1948 das Jahn-Bergturnfest auf den Bückebergen.

1966 wurde das Jahn-Bergturnfest vom Turnbezirk Hannover in die Regie des Turngaus Schaumburg übergeben. Es wurde wieder ein Bergturnfest-Ausschuss gebildet, dessen Vorsitz Hermann Harting übernahm.

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Seit 1979 wird das Turnfest, nachdem der Landkreis Schaumburg das JBF-Centrum mit seinen Sportanlagen erstellt hat, auf diesen hervorragend gestalteten Anlagen des JBF-Centrums durchgeführt.

Die sich auf dem Gelände befindliche Mehrzweckhalle wurde von diesem Zeitpunkt an als zentrales Wettkampf- und Organisationsbüro zur Koordinierung der gesamten Veranstaltung genutzt.

Die Palette des Wettkampfangebotes hat sich im Laufe der Jahre immer wieder erweitert, aber auch verändert. So wurden die Turnspiele Volleyball und Faustball angeboten. Man konnte mit Wandern, Orientierungslauf und verschiedenen Langläufen bis zum Halbmarathonlauf die persönliche Ausdauer testen. Die unterschiedlichsten Wettbewerbe in der Leichtathletik, Gerätturnen, Gymnastik, Trampolinturnen und sogar Schwimmen sowie Fitness-Mitmachangebote standen im Programm.

Auch sportliche Höchstleistungen wurden auf dem Bückeberg erzielt. Friedel Schirmer (Stadthagen), mehrfacher Deutscher Meister und Olympiateilnehmer in Helsinki 1952, sowie Fahnenträger der Deutschen Mannschaft meisterte 1948 beim Hochsprung ohne Matten 1,78m. Ernst Walthemathe (Meinefeld) bewältigte den 3000m Waldlauf 1944 mit dem damaligen Schaumburger Rekord von 8:56,1 min.

Dass aus dem Schaumburger Breitensportereignis auch Spitzensportler hervorgingen, belegt Stephan Steding. Als Teilnehmer des Schaumburger Kinder- und Jugendturnfest auf dem Bückeberg 1989 und 1990 entdeckte er sein Talent und Spaß an der Leichtathletik. 2007 wurde er Deutscher Meister im Speerwurf und nahm 2008 an den Olympischen Spielen in Peking teil.

Ab dem Jahre 1996 wurde das immer parallel zum Bergturnfest stattfindende Schaumburger Kinder- und Jugendturnfest in das Jahn-Bergturnfest eingegliedert und findet nunmehr als eine gemeinsame große Veranstaltung statt. Seit 2001 unterstützt der ehemalige Olympiamedaillengewinner im Kunstturnen, Bernd Jäger, die Organisation und Ablauf des Turnfestes.

Bernd Jäger (Olympiakämpfer)

Hier oben auf dem „Berge“, der höchsten Erhebung des Schaumburger Landes    (367 m), war und ist immer etwas zu spüren vom Frisch-Fromm-Fröhlich-Frei, dem Turner-Wahlspruch. Auf dem Gelände des  JBF-Centrums, neben der Mehrzweckhalle, befindet sich ein Gedenkstein zur Erinnerung an den Begründer des Festes, Ernst Stahlhut, und auf der Jahnwiese steht ein Denkmal zur Erinnerung an das Lebenswerk des Turnvater Jahns.

Nach jahrzehntelanger erfolgreicher turnerischer Arbeit übergab Hermann Harting den Staffelstab für die weitere Organisation der Turnfeste 2005 an Olaf Köhler, der gemeinsam mit dem Bergturnfest-Ausschuss das Jahn-Bergturnfest zwischen Tradition und Moderne im Gleichgewicht halten möchte.

Mit unseren Jahn-Bergturnfesten möchten wir einen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge, zur Persönlichkeitsentwicklung, zur sozialen Integration und nicht zuletzt zur Identifikation mit unserer Gesellschaft leisten.

Dank gebührt dem Landkreis Schaumburg und der Stadt Obernkirchen, sowie dem Niedersächsischen TurnerBund, dem LandesSportBund Niedersachsen und dem KreisSportBund Schaumburg, die uns im Rahmen ihrer Möglichkeiten stets geholfen haben.

Nicht zu vergessen sind die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer der Schaumburger Turn- und Sportvereine, die mit ihrer Hilfe und Unterstützung die Durchführung der Turnfeste erst möglich machten und machen.

2011 richteten die SSF Obernkirchen die Schimmwettbewerbe im Rahmen des Jahn-Bergturnfestes im Sonnenbrinkbad in Obernkirchen aus.

Seit 2013 finden die Jahn-Bergturnfeste auf den Gelände von Vereinen statt, die sich an “die Bückeberge anschmiegen”. So fanden die Tradionsfeste 2013 beim TSV Liekwegen sowie 2014 und 2015 bei dem TSV Krainhagen und dem SV Krainhagen-Röhrkasten statt. 2016 war die TuSG Rolfshagen Gastgeber. Dies wird 2017 wiederholt, bevor es 2018 weiter zum SC Auetal nach Kathrinhagen geht.

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